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Institut für Entrepreneurship & Innovation - GründerUni Bayreuth

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invest wise

Gründungsgeschichte

invest wise unterstützt potentielle Privatanleger, ohne das notwendige Wissen oder mit fehlender Zeit ihr Erspartes in Zeiten von Inflation und Strafzinsen anzulegen. Ziel ist es die durch Provisionen getriebene, klassische Anlageberatung zu demokratisieren, in dem für Nutzer automatisiert, zeitsparend und kostenlos eine individuelle Portfoliogewichtung basierend auf einem selbst entwickelten Algorithmus berechnet wird. Das Kernprodukt - der "Anlagecoach" simuliert dabei ein klassisches Anlageberatungsgespräch in Form eines kurzen, spielerischen Fragebogens und macht Nutzer:innen basierend auf ihren Antworten eine individuellen Anlagevorschlag. Dabei werden geeignete Anlageklassen und Investmentanbieter empfohlen, den Nutzer:innen notwendiges Wissen leicht verständlich angeeignet und diese bei der Ausführung der ersten Investments bequem unterstützt.

Die Idee zu invest wise entstand durch die vermehrte Nachfrage von Verwandten und Freunden, wie man in Zeiten von Inflation und Niedrigzinsen am besten außerhalb des Sparbuchs oder Girokontos Geld anlegt, ohne dass es über die Zeit an Wert bzw. Kaufkraft verliert. Nach vielen Nutzerinterviews und weiterer Recherche stand schnell fest, dass das Problem nicht nur im Bekanntenkreis, sondern beim Großteil der deutschen Bevölkerung (mit einer Aktionärsquote von erschreckenden 17,3%) vorherrscht. Dies resultiert vor allem aus der fehlenden Finanzbildung jüngerer Leute, wobei lediglich 19% der 18 – 29 Jährigen angeben über gute bis sehr gute Finanzkenntnisse zu verfügen. Nach der Identifikation des Problems, kam die Idee Personen ohne die nötigen Finanzkenntnisse oder besonders viel Zeit bequem und automatisiert verschiedene Anlagemöglichkeiten aufzuzeigen und an die Vielzahl an Investmentanbietern zu vermitteln. Diese sind in der Regel bereit eine Neukundenprovision zu zahlen, was zu einer Win-Win-Win-Situation führt: Der Nutzer kann endlich mit der Geldanlage starten, der Investmentanbieter erhält Kunden und wir können das Angebot mit den erzielten Umsätzen stetig verbessern. Die Research-Phase und Ideenentwicklung erstreckte sich von Juli 2020 bis Dezember 2020. Im Januar 2021 haben wir invest wise zunächst als UG (haftungsbeschränkt) als offizielles Unternehmen eintragen lassen und nach dem Test unseres MVPs über Sommer 2021 im Zuge einer Kapitalerhöhung zu der invest wise GmbH umgewandelt. Unser Kernprodukt, den Anlagecoach, haben wir Februar 2022 gelauncht und unsere ersten Werkstudenten eingestellt.

Unsere Mission ist es, die Investmentkultur in Deutschland zu stärken und mehr Personen mit dem Thema Geldanlage vertraut zu machen, die eventuell nicht die nötigen Finanzkenntnisse oder viel Zeit aufweisen. Mit unserem kostenlosen, transparenten und lösungsorientierten Angebot möchten wir alle Personen unabhängig von dem Beruf, dem Einkommen oder der Ausbildung dabei unterstützen bequem und leicht verständlich mit der Geldanlage außerhalb von Niedrigzinsen und Inflation zu starten.

Was war das ausschlaggebende Ereignis und die Motivation zur Gründungsidee?

Das ausschlaggebende Ereignis war die vermehrte Nachfrage von Verwandten und Freunden zu alternativen Geldanlagen, teilweise verbunden mit der Bitte ihr Erspartes für sie zu investieren. Viele schrecken aufgrund von fehlenden Finanzkenntnissen, limitierter Zeit sowie der überwältigenden Informationsflut vor dem Thema Vermögensaufbau zurück, weshalb sie weiterhin ihr Erspartes der Geldentwertung durch Inflation und Niedrigzinsen aussetzen. Dadurch entstand die Idee den Nutzern auf Basis ihrer persönlichen Investmentkriterien automatisiert eine individuelle Anlageempfehlung vorzuschlagen, welche es dem Nutzer ermöglicht bequem in verschiedene Anlageklassen zu investieren, die ihm vorher nicht bewusst waren.

Was ist die Vision von invest wise und wie sehen die nächsten Schritte aus?

Die Vision von invest wise ist in Zukunft eine ganzheitliche Investmentplattform für alle potentiellen Privatanlegern zu sein, um sich neue Investmentmöglichkeiten einzuholen oder auch bereits getätigte Investment ganzheitlich zu verwalten. Dabei möchten wir vor allem mit dem Thema Finanzbildung das notwendige Wissen für jeden bequem und leicht verständlich zugänglich machen.

Welche Gründungs-Erfahrungen und –Weisheiten können Sie an Interessierte (v. a. Studierende) weitergeben?

Man sollte bei seiner Gründung nicht zu fixiert auf seine anfängliche Idee sein, sondern flexibel und offen für mögliche Änderungen, insbesondere bei dem Produkt bzw. der Dienstleistung, der Geschäftsidee und der Zielgruppe, sein. Als Gründer sollte man daher immer offen für Feedback sein, auch wenn das bedeutet das Geschäftsmodell oder die komplette Unternehmensstrategie zu ändern, um im Markt bestehen zu können.

Was waren die größten Hürden und wie haben Sie diese gemeistert? 

Die größte Hürde war den Traffic auf unserer Webseite aufrecht zu erhalten. Dabei stehen B2C-Unternehmen eine Vielzahl an verschiedenen organischen (SEO, Social Media etc.) sowie zahlungspflichtigen Marketing-Kanälen (Google, Facebook etc.) zur Verfügung. Die Lösung war in diesem Fall den richtigen Marketing-Mix gefunden zu haben, um effizient Nutzer zu akquirieren und diesen mit unseren Services einen Mehrwert zu bieten.

Wie hilfreich war/ist ein Netzwerk für ihre Gründung?

Ohne das gegebene Netzwerk wäre eine Gründung für uns wahrscheinlich nicht möglich gewesen. Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir auf zahlreiche Expertenmeinungen und -ratschläge zurückgreifen konnten. Diese konnten uns bei verschiedenen Themen wie rechtlichen, finanzwissenschaftlichen und Investoren-bezogenen Anliegen sehr weiterhelfen, und uns somit große Einstiegshürden nehmen. Auch bei der Umsetzung (UI/UX-Design, Produktentwicklung und Marketing) hat uns unser Netzwerk sehr weiterhelfen können.

Gab es Angebote der Uni die Ihnen weitergeholfen haben? – Welche hätten Sie sich noch gewünscht?

Durch meine Spezialisierungen in Technologie- & Innovationsmanagement sowie Finanzen & Banken in meinem Bachelor of Science in Betriebswirtschaftslehre wurde ich schnell mit der Start-Up- und insbesondere der FinTech-Branche vertraut gemacht und gut auf meinen beruflichen Werdegang in der Gründer- und Finanzszene vorbereitet. Das akademische Angebot der Universität Bayreuth hat somit schon früh mein Interesse an Start-Ups und den Kapitalmärkten geweckt. Außerdem hat mir ebenfalls das Angebot des Instituts für Entrepreneurship & Innovation rund rum Networking-Events und Gastreden weitergeholfen, um Mut zum Gründen zu sammeln. Was ich mir zum damaligen Zeitpunkt mehr gewünscht hätte, wären mehr Angebote rund um die Ideenentwicklung und Gründerwettbewerbe, bei denen man intensiv seine eigenen Businessideen hätte entwickeln und ehrliches Feedback von Gründern und Investoren sammeln können. Mittlerweile wird dies nach meinen Kenntnissen allerdings angeboten.


Verantwortlich für die Redaktion: Tanja Meffert

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